Schönes Wolkersdorf
Leserbriefe

Leserbrief Johann Kainz

Quelle: Traunsteiner Tagblatt vom 08.10.2019

Wo bleibt die Verantwortung?

Zum Bericht »Rinderzuchtverband darf in Wolkersdorf bauen« vom 20. September:

Als ich den Artikel und das Zitat von Oberbürgermeister Christian Kegel: »Selbstverständlich ist das Vorhaben mit einer Flächenversiegelung verbunden, aber das hätten wir auch, wenn dort Wohnraum entstehen würde«, konnte ich nur noch den Kopf schütteln.

Widersprüchlicher geht es nicht mehr, denn bei jeder passenden Gelegenheit wird davon gesprochen, dass mehr bezahlbarer Wohnraum in Traunstein geschaffen werden soll, möglichst in Form eines kommunalen Wohnbauprojekts, wie in Haidforst kürzlich geschehen. Andererseits, wird eine städtische Fläche von 15 000 Quadratmetern an den Rinderzuchtverein weitergegeben, der auch die beschädigte Tierzuchthalle wieder hätte aufbauen können, ohne deswegen in Existenznöte zu geraten.

Denn es kann durchaus wegen der angespannten Wohnsituation in Traunstein sein, dass die Stadt in absehbarer Zeit wieder dringend Grundstücke benötigt, um weiteren bezahlbaren Wohnraum in kommunaler Form zu schaffen .

Erst bei der Eröffnung des neuen städtischen Mehrfamilienhauses am Haidforst wurde davon gesprochen, dass dies nicht das letzte Projekt in dieser Art sein werde.

Da stellt sich mir die Frage, wo werden die weiteren Grundstücke dafür hergenommen, und welche Grundstückskosten werden dann auf die Stadt zukommen, wenn Grund eingekauft werden muss? Oder sollen dann die nächsten ein Prozent Stadtwald vom Haidforst abgeschlagen werden, um günstige Fläche zu generieren?

Die Schüler und Leute von heute wünschen sich doch eine Politik, die Klimaschutz, Flächensparen und dergleichen ernst nimmt, und nicht nur danach redet; jedoch, wenn es zu Entscheidungen kommt, an immer den gleichen altbekannten Mustern festhält. Klimaschutz, Flächensparen werden mit solch einer, nicht mehr zeitgemäßen Kommunalpolitik, unglaubwürdig.

Und ich frage mich gerade angesichts der Bewegung Fridays for Future, wo bleibt die Verantwortung der Kommunalpolitiker bei ihren Entscheidungen gegenüber der jüngeren Generation?

Johann Kainz
Saalachstraße
Traunstein

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