Schönes Wolkersdorf
Leserbriefe

Hat RZV-Projekt Einfluss auf die Wahl?

Quelle: Traunsteiner Tagblatt vom 05.11.2019

Zum Bericht »Projekt von Rinderzuchtverband in Wolkersdorf steht auf der Kippe« vom 16. Oktober:

Der Umstand, dass für das Projekt des Rinderzuchtverbands (RZV) dem Planungsausschuss zufolge nicht der Flächennutzungsplan geändert werden soll, ist sicher auf die anstehende Kommunalwahl und die Bürgerinitiative Wolkersdorf zurückzuführen. Es ist mit Worten nicht zu fassen, dass der Bürger über die Gründung einer Bürgerinitiative einen solchen Druck auf die Kommunalpolitik ausübt, wonach das unsinnige Vorhaben politisch nicht mehr durchsetzbar erscheint.

Unabhängig davon, welche Immissionen von der Halle ausgehen würden, gehört sie nicht am Wohngebiet in Wolkersdorf gebaut. Die Grundstücksfläche ist für Wohnbebauung vorzuhalten. So hat die Stadt an ihren Grenzen Gewerbeflächen ausgewiesen, was schwer nachvollziehbar ist, besonders, weil kein einheitliches Gewerbegebiet geschaffen und so bereits die Möglichkeit genommen wurde, Wohnraum zu schaffen. In Wolkersdorf würde ein Gewerbegebiet an einer Stelle ausgeweitet, die dem Wohnraum vorbehalten bleiben sollte.

Die Argumente des Oberbürgermeisters, falls der RZV sich nicht in Traunstein ansiedeln würde, rechtfertigen nicht die Änderung eines Flächennutzungsplans in ein Gewerbegebiet. Die Ansiedlung mit dem Tierwohl zu begründen, ist ebensowenig überzeugend, wenn nicht sogar scheinheilig. Irgendein Landwirt hat immer einen Anfahrtsweg zum RZV. Es wurde auch nie errechnet, ob Wolkersdorf in der Mitte zu sämtlichen Bauernhöfen liegt.

Das weitere Argument, der RZV habe in der Vergangenheit der Stadt mehrfach geholfen, erinnert ein wenig zu sehr an eine »Amigo-Wirtschaft« oder den Grundsatz »Eine Hand wäscht die andere«. Eine Antwort auf die Frage, wonach der RZV sich in einer Notlage befinde, die höher zu ,bewerten sei, als die künftigen Anforderungen an ein zusätzliches Wohngebiet in Traunstein, bleibt Herr Kegel ebenfalls schuldig.

Der weitere Hinweis, wonach sich die Anwohner am bisherigen Standort des RZV nicht beschwert haben, erscheint wenig sensibel in Anbetracht der Tatsache, dass diese, bedingt durch Volksfeste und Truna bereits erheblich in ihrer Wohnqualität eingeschränkt sind. Vielleicht wird von den Anwohnern die weitere Belastung schon gar nicht mehr wahrgenommen.

Erfreulich an dieser Diskussion ist, dass die Kommunalpolitik offenbar den vom Bürger ausgehenden Druck wahrnimmt und die Entscheidung nochmals überdenkt. Es wäre in der neueren Geschichte der Stadt nicht das erste Mal dass ein in der Bevölkerung unbeliebtes Projekt eine OB-Wahl entscheidet.

An die Planung für ein Hotel im heutigen Salinenpark oder die Diskussion, ob in Kotzing das Waldstück abgeholzt werden soll, sei nur beispielhaft erinnert. 1990 war Fritz Stahl dagegen, heute ist Herr Kegel dafür, das Gewerbegebiet auszubauen. Von dem Waldstück ist nicht mehr viel übrig.

Margit Warneke
Leonrodstraße
Traunstein

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