Schönes Wolkersdorf
Leserbriefe

Unzeitgemäßer Planungsirrsinn

Quelle: Mail von Herrn Dr. Hans Mayer-Haßelwander, 17.10.2019

Als zwar Externer, aber mit der Umgebung Wolkersdorfs vertrauter Naturfreund, erlaube ich mir ein paar Bemerkungen zu der mit äußerst geringer Stadtrat-Mehrheit auf den Weg gebrachten und inzwischen fragwürdig gewordenen Planung des Tierzuchtverbandes.

Es ist ein eklatanter Anachronismus, in einem Stadtgebiet mit sehr hohem Siedlungsdruck auf einer Fläche, die sinnvoll für spätere Wohnbebauung vorgehalten wird oder werden sollte, ein neues Gewerbesondergebiet auszuweisen, welches die benachbarte verbleibende freie Fläche für potentielle Wohnbebauung entwertet. Es gibt im Umfeld bereits eine Reihe von Gewerbegebieten in oder an welchen der Tierzuchtverband angegliedert werden könnte, z. B. die Gewerbegebiete Süd, Wolkersdorf, Erlstätt, Aiging. Es wäre jedoch viel sinnvoller, die geplante landwirtschaftliche Anlage im landwirtschaftlichen Hinterland des Landkreises anzusiedeln oder gleich neben der Besamungsstation bei Wasserburg.

Wenn das Projekt unbedingt im Stadtgebiet verbleiben soll, dann könnte der Bereich südlich des neben dem derzeitig vorgesehenen Areal gelegenen Waldes, östlich der Wolkersdorfer Straße sehr viel besser geeignet, in welchem der unter Hochspannungsleitung liegende Bereich bestens für die Parkplätze etc. genutzt werden kann und keinerlei Wohnbebauung gestört wird. Auch kann dort wegen der Hochspannungsleitungs-Trasse kaum Wohnbebauung vorgesehen werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass hier eine Fläche z. B. durch Tausch des Grundstücks der Stadt mit dortigem landwirtschaftlichem Grund bereitgestellt werden kann. Allerdings wird auch hier eine weitere Verkehrsbelastung für Wolkersdorf erzeugt.

Es stellt sich aber auch die Frage, wieso ein Grundstück der Stadt, das natürlich im Falle einer späteren Wohnbebauung hilfreich wäre, so einfach für einen Gewerbebetrieb, auch wenn er ein Verband ist oder sich so nennt, bereitgestellt werden und damit ohne Not Tafelsilber für einen fragwürdigen Zweck geopfert werden soll. Es ist dem Verband selbstverständlich zuzumuten ein Grundstück auf dem freien Markt zu suchen.

Es besteht die Hoffnung, dass der derzeitige Widerstand vieler Bürger und die Fragwürdigkeit der bisherigen Planung die Stadtratsmitglieder anregt kreativ nach anderen Lösungen zu suchen. Es geht hier um eine für die Zukunft wichtige Weichenstellung, bei welcher es auch für künftige Generationen um die Erhaltung der besonderen Schönheit des Landschaftsbildes am Rande des Stadtgebiets geht.

Dr. Hans Mayer-Haßelwander
München

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